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Nein sagen: So fällt es Dir zukünftig leichter

Nein sagen: So fällt es Dir zukünftig leichter
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Kategorie: Produktivität

Jeder von uns kennt das. Da wird man von einer anderen Person um etwas gebeten und man sofort merkt, wie der Verstand laut „Sag NEIN!“ aufschreit, aber doch ist da auch noch diese andere Stimme, die leise aber unüberhörbar flüstert: „Sag Ja!“

Und das wirklich Traurige ist, dass diese leise, aber unüberhörbare Stimme in vielen dieser Situationen die Überhand gewinnt und dafür sorgt, dass wir am Ende doch „Ja“ anstatt „Nein“ sagen.

Doch warum ist das so? Warum haben wir oft ein Problem damit, unsere eigenen Prioritäten in bestimmten Situationen höher anzusetzen, als die Prioritäten anderer? Warum fällt es uns oftmals schwer ein klares, aber höfliches „Nein“ als Antwort zu geben?

Nein-sagen als Werkzeug für mehr Erfolg im Leben

Die Gründe dafür, warum es uns schwerfällt „Nein“ zu sagen, können unterschiedliche Ursprünge haben und die Fähigkeit ein „Nein“ auszusprechen gehört nachweisbar zu einem Werkzeug erfolgreicher & selbstbewusster Menschen, die wissen dieses richtig einzusetzen, um im Leben vorwärts zu kommen und ihre Ziele zu erreichen.

Versteh mich hier bitte nicht falsch! Einem Freund oder Kollegen hier und da mal auszuhelfen, auch wenn man eigentlich gar keine Lust dazu hat, ist vollkommen ok.

Genau genommen ist es sogar unsere Pflicht als gute Menschen – die wir alle ja ohne Frage sind 😉 – nicht immer nur an uns selbst zu denken und hin und wieder auch mal die eigenen Interessen zurückzustellen.

Doch die bittere Wahrheit ist, dass wenn das zur Regel wird und du es NIE schaffst genug Rückgrat zu beweisen, um eine Bitte oder ein Angebot abzulehnen, machst du dich selbst weniger wichtig als andere! Du beginnst dich in der Warteschlange des Lebens immer und immer wieder ganz hinten anzustellen!

Aus diesem Grund möchte ich im Folgenden detailliert darauf eingehen, weshalb es uns so schwerfällt „Nein“ zu sagen und wie genau du damit beginnst, diese Fähigkeit zu trainieren.

Denn richtig „Nein“ sagen ist tatsächlich etwas, dass trainiert und erlernt werden kann! Um sich diese Fähigkeit anzueignen, sollte man im ersten Schritt verstanden haben, was die Gründe dafür sind, dass es uns so schwerfällt „Nein“ zu sagen.

Warum wir lieber „Ja“ anstatt „Nein“ sagen

Warum wir in Situationen, in denen wir lieber „Nein“ sagen sollten, doch nur ein „Ja“ rausbringen, liegt eigentlich klar auf der Hand.

Irgendwo tief in unserem Verstand versteckt sich ein äußerst limitierender Glaubenssatz, der uns glauben lässt, dass es in der jeweiligen Situation besser für uns ist „Ja“ anstatt „Nein“ zu sagen.

Dieser limitierende Glaubenssatz ist die leise Stimme in unserem Kopf, von der zu Beginn die Rede war und die uns dazu drängt „Ja“ anstatt „Nein“ zu sagen. Doch woher kommt dieser limitierende Glaubenssatz und wie werde ich ihn los, fragst du dich jetzt bestimmt.

Es beginnt alles mal wieder in der Kindheit

Oftmals wird uns der Keim für diesen Glaubenssatz schon sehr früh, genau genommen im Kindesalter eingepflanzt. Als Kinder durchlaufen wir alle die sogenannte „Trotzphase“. Das ist der Abschnitt im Leben eines Kindes, in dem es beginnt damit zu experimentieren, was passiert, wenn es in bestimmten Situationen nicht nachgibt und zuwiderhandelt.

Erfahren wir als Kind zu dieser Zeit von unserer Umwelt – insbesondere von unseren Eltern – dann negative Reaktionen, wie Ablehnung und Konsequenzen, beginnt sich nach und nach in uns der Glaubenssatz zu festigen, dass es oftmals besser oder einfacher ist „Ja“ anstelle von „Nein“ zu sagen.

Doch das ist nur der Anfang! Über die Zeit beginnt sich dieser fiese Glaubenssatz in unserem Verstand auszubreiten und mehrere „Ableger“ entstehen, die zur Ursache dafür werden, dass es uns auch im Erwachsenenalter schwerfällt „Nein“ zu sagen.

Ursachen dafür, warum es uns schwerfällt „Nein“ zu sagen:

Angst vor Ablehnung oder Zurückweisung:

In uns allen steckt noch immer der Urinstinkt von anderen gemocht zu werden. So wie es für den Neandertaler wichtig war von seiner Herde gemocht und akzeptiert zu werden, um zu überleben, so glauben auch wir noch immer, dass wir die Gunst anderer wie die Luft zum Atmen brauchen.

Nicht selten versuchen wir dann sogar unsere eigenen Prioritäten, Interessen und Ziele hinten anzustellen, um jedermanns Liebling zu sein. Im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis, aber auch im Job strengen wir uns deshalb an, von anderen gemocht zu werden.

Natürlich haben wir mittlerweile begriffen, dass wir auch überleben können, wenn wir nicht von anderen gemocht werden. Doch verschwunden ist dieser limitierende Glaubenssatz aus unserm Verstand damit nicht – er hat sich bloß gewandelt! Die „moderne“ Version lautet nun, dass es wichtig ist, was andere über uns denken. Oftmals sogar wichtiger als das, was wir selbst über uns denken!

Und stoßen wir andere durch ein klares und bestimmendes „Nein“ vor den Kopf, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir sie verärgern und sie uns gar nicht, oder zumindest ein Stück weit weniger mögen. Das beißt sich dann natürlich mit diesem limitierenden Glaubenssatz, der in einem solchen Fall einen Schmerz in uns auslöst, den wir das nächste Mal versuchen werden zu vermeiden, indem wir „Ja“ anstatt „Nein“ sagen.

Tipp: Sortiere die Menschen aus deinem Leben aus, die dich nur mögen, wenn du für sie von Nutzen bist und immer das tust, was sie möchten. Du brauchst sie nicht!

Angst als Egoist abgestempelt zu werden:

Diese Ursache ist so etwas, wie eine konkrete Ausprägung von Nr. 1 (Angst vor Ablehnung & Zurückweisung). Aber weil viele negative/schwache Menschen diese Ursache versuchen als Waffe gegen uns einzusetzen, um uns dazu zu bringen „Ja“ anstatt „Nein“ zu sagen, wollte ich sie hier explizit aufführen.

Wir selbst haben es uns als Wert gesetzt, nicht egoistisch zu sein. Wir VERSUCHEN uns also selbst nicht als Egoist zu sehen! Genau genommen wurde uns das aber durch soziale Konditionierung beigebracht. Und auch wenn soziale Konditionierung in den meisten Fällen etwas Schlechtes ist, ist es hier ganz gut – zumindest zum Teil. Denn die Welt wäre kein schöner Ort, wenn jeder immer und überall nur an sich selbst denken würde.

Aber mach dir hier dennoch klar, dass es auch so etwas wie gesunden Egoismus gibt. Gesunder Egoismus, oder auch einfach nur „Selbstliebe“, bedeutet sich nicht weniger wichtig zu machen, als man tatsächlich ist.

Sollte dich das nächste Mal jemand als „Egoist“ oder „herzlos“ bezeichnen, wenn du eine Bitte oder ein Angebot abschlägst, denk daran, dass diese Person nur versucht deine eigenen Werte gegen dich einzusetzen, um dich zu manipulieren und dazu zu bringen „Ja“ zu sagen. Du selbst wirst am besten wissen, ob du tatsächlich ein Egoist bist und wann es einfach nur sinnvoll ist, seinen gesunden Egoismus zu aktivieren und höflich „Nein“ zu sagen.

Die Angst davor unwichtig zu sein:

So wie wir das Gefühl haben möchten von anderen gemocht zu werden, wollen wir auch von ihnen gebraucht werden. Wir wollen wissen, dass wir für andere wichtig sind und nicht selten liegt der Weg, durch den wir versuchen uns Zugang zu diesem Wissen zu verschaffen, in der Suche nach Bestätigung.

Wenn wir also etwas machen, das wir eigentlich gar nicht machen wollten (einer Bitte nachgehen oder jemandem einen Gefallen tun), tuen wir das oftmals mit einer mehr oder weniger starken Hoffnung, als Gegenleistung ein Gefühl von Bedeutung zu empfinden.

Beginnen wir an unserer Wichtigkeit für andere zu zweifeln, fängt man an, seine Bedeutung zu verlieren und plötzlich macht das Leben immer weniger Sinn. Wie auch der Neandertaler zu seiner Zeit, haben wir eine tiefe Angst davor unserer Rolle (die wir uns selbst auferlegt haben) und damit unsere Identität zu verlieren.

Wenn wir also „Ja“ anstelle von „Nein“ sagen, dann machen wir das oftmals, um vom Gegenüber in irgendeiner Form einen Lob zu bekommen, welches uns bestätigt und uns das Gefühl gibt gebraucht zu werden. In Wahrheit gibt es aber nur eine einzige Person, die dir das Gefühl geben kann wichtig zu sein und von anderen gebraucht zu werden, nämlich DU SELBST!

Die Angst davor etwas zu verpassen:

Das ist ein Grund dafür, dass es uns schwerfällt Nein zu sagen, der nicht offensichtlich ist und deshalb oftmals übersehen wird. Insbesondere im Freundes- & Familienkreis wollen wir das Gefühl haben, dass wir zu jedem wichtigen Moment anwesend sind – wir möchten nichts verpassen!

Und so neigen wir dazu jeder Einladung und jedem Treffen nachzugehen, auch wenn sich das Ganze am Ende dann doch wieder als reine Zeitverschwendung entpuppt. „Nein“ sagen, zu einer Familien- oder Arbeitsfeier, könnte ja möglicherweise bedeuten, dass man etwas verpasst!

Fest steht, dass wenn es dir schwerfällt Nein zu sagen, weil du Angst hast etwas zu verpassen und immer und überall „im Geschehen“ sein möchtest, es dir definitiv an klaren Prioritäten in deinem Leben fehlt! Nur wer seine Prioritäten kennt, wird kein Problem damit haben, eine Einladung von Freunden oder Bekannten auch mal dankend abzulehnen.

Die Angst vor Konflikten:

In den meisten Fällen reagieren die Leute, denen wir mit einem „Nein“ auf ihre Bitte oder ihr Angebot antworten, nicht mit Freude und totalem Verständnis. Im Gegenteil scheinen sie oftmals etwas verärgert oder gekränkt zu sein. Hin und wieder kann das dann sogar zu Streitereien und Konflikten führen.

Hier ist es wichtig objektiv zu bleiben und sich zunächst einmal zu fragen: „Kann ich mir einen Konflikt mit dieser Person leisten?“ Denn handelt es sich beispielsweise um den Vorgesetzten, ist es vielleicht sinnvoller der Bitte oder dem Angebot nachzugehen, anstatt ihm/ihr direkt ein deutliches „Nein“ vor den Latz zu hauen.

Bestehen jedoch keine ernsthaften Konsequenzen, die Folge eines solchen Konfliktes sein könnten, darf die Angst davor einen nicht dazu veranlassen „Ja“ anstelle von „Nein“ zu sagen. Sei dir darüber im Klaren, dass du bereits jede Menge Konflikte in deinem Leben bewältigt hast und diese nun mal zum Miteinander dazugehören.

Anstatt also Angst vor solchen Konflikten zu haben, solltest du lieber Angst davor haben deine eigenen Ziele, Interessen & Prioritäten hintenanzustellen. Und wer meint gleich einen Streit vom Zaun brechen zu wollen, nur weil du dessen Bitte nicht nachgehen möchtest, der oder die weiß dich möglicherweise auch sonst gar nicht zu schätzen und wollte dich vielleicht bloß ausnutzen. Denk mal darüber nach.

Die Angst davor etwas zu verändern:

Diese Ursache hat tiefe Wurzeln und es bedarf jeder Menge Arbeit, um sie los zu werden. Mehr Menschen, als du vielleicht glauben magst, leiden unter der Angst vor Veränderung. Möglicherweise ja auch du!? Diese Angst rührt von dem menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität.

Veränderung bedeutet in vielen Fällen etwas Schlechtes! Zumindest glauben das noch immer viele Menschen. Und sagt man nun plötzlich Nein anstatt Ja, können die Konsequenzen zu drastischen Veränderungen im Leben führen. Das (längst überfällige) Ende einer Freundschaft oder möglicherweise sogar den Verlust der Arbeitsstelle (was in Wahrheit ein sehr, sehr unwahrscheinliches Szenario ist).

Nur wenn du akzeptierst, dass Veränderungen zum Leben dazugehören, kannst du diese Angst loslassen und in den Momenten, in denen du einfach weißt, dass es jetzt besser ist „Nein“ anstatt „Ja“ zu sagen, deinen Mut zusammennehmen und dich den möglichen Konsequenzen stellen. Du wirst sehen, dass sie gar nicht so schlimm sind, wie du dir das vielleicht ausgemalt hattest!

Die Angst vor dem Alleinsein:

Mit der Angst vor Ablehnung oder Zurückweisung, kommt auch automatisch die Angst davor alleine zu sein. Wir stellen uns vor, dass uns jemand, dem wir einen Gefallen, ein Angebot oder eine Bitte abschlagen, den Rücken kehrt und nichts mehr mit uns zu tun haben möchte. Natürlich ist das nichts weiter als eine Überreaktion unseres Verstandes, denn wenn du erst gelernt hast richtig Nein zu sagen, wirst du sehen, dass so etwas nicht so schnell passiert. Zumindest nicht bei Leuten, denen du wichtig bist.

Und die Leute, die ein „Nein“ von dir nicht akzeptieren können und aufgrund dessen eingeschnappt und beleidigt oder ganz und gar den Kontakt zu dir abbrechen möchten, diese Leute solltest du ohne ein schlechtes Gewissen aus deinem Leben streichen.

Die Angst vor Schuldgefühlen oder Gewissensbissen:

Das ist mit einer der häufigsten Gründe dafür, warum uns das Nein-sagen so schwerfällt. Schlägt man jemandem eine Bitte oder einen Gefallen ab, plagen einen schon im nächsten Moment unangenehme Schuldgefühle oder Gewissensbisse.

Man fängt an zu glauben, dass man kein guter, oder gar ein schlechter Mensch ist, nur weil man „Nein“ gesagt hat. Natürlich ist das totaler Unsinn, den wir beigebracht bekommen haben. So wie man uns von klein auf beizubringen versucht kein Egoist zu sein, so versucht man uns auch beizubringen, stets an die Gefühle anderer zu denken.

Genau das führt dann auch in den Situationen, in denen man „Nein“ sagen möchte dazu, dass man die Gefühle anderer über die eigenen stellt und drohende Schuldgefühle es schwer machen, das „Nein“ auch tatsächlich auszusprechen.

Dir muss klar werden, dass es keinen Grund dafür gibt sich schuldig zu fühlen, wenn man eine Bitte, ein Angebot oder einen Gefallen ausschlägt, um entweder nicht ausgenutzt zu werden oder um seine eigenen Interessen, Ziele & Prioritäten zu wahren. Lies weiter, um zu erfahren, wie du ohne Schuldgefühle “Nein” sagen kannst.

Die Angst ist der Gegner!

Du wirst vielleicht bemerkt haben, dass all die soeben aufgezählten Ursachen dafür, warum es uns so schwerfällt Nein zu sagen, ein gemeinsames Wort aufweisen, nämlich „Angst“.

Wie bereits gesagt, liegt der erste Schritt darin zu lernen Nein zu sagen in dem Verständnis über die Ursachen für dieses Problem. Allein das Wissen darüber, warum es uns oftmals schwerfällt Nein zu sagen, kann dir also dabei helfen das nächste Mal, wenn du dich in einer solchen Situation wiederfindest, diese in einem gänzlich anderen Licht zu sehen und dadurch leichter „Nein“ zu sagen.

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Letztendlich sollte es aber für dich weniger interessant sein aus welchem Grund du in einer bestimmten Situation lieber „Ja“ anstelle vom gewollten „Nein“ sagst, sondern du musst bloß verstanden haben, dass du das immer nur machst, weil du vor etwas Angst hast.

Der wahre Feind in dieser Geschichte ist also nicht die Person, die dich um einem Gefallen bittet oder die Situation, die du zu vermeiden versuchst, sondern der Feind ist deine eigene Angst! Um diese Angst zu besiegen und damit auch die limitierenden Glaubenssätze zu löschen, wollen wir uns jetzt doch mal kurz ansehen, welche Vor- & Nachteile das Ja- und das Nein-Sagen hat.

Die Vor- und Nachteile des Ja-Sagens

Vorteile „Ja“ zu sagen:

  • Wir werden eher gemocht (zumindest glauben wir das)
  • Wir gehen Konflikten aus dem Weg
  • Wir vermeiden Schuldgefühle
  • Wir können uns als guten, selbstlosen Menschen bezeichnen
  • Wir haben das Gefühl aufopfernd zu sein und gebraucht zu werden
Nachteile „Ja“ zu sagen:
  • Wir stellen unsere Interessen & Prioritäten hinten an
  • Wir werden davon abgehalten unsere eigenen Ziele zu erreichen
  • Wir werden oftmals ausgenutzt
  • Wir sind sauer auf uns selbst und auf andere
  • Wir sind enttäuscht von uns selbst und von anderen

Die Vor- und Nachteile des Nein-Sagens

Vorteile „Nein“ zu sagen:

  • Wir lernen uns selbst mehr zu lieben und zu schätzen
  • Wir haben mehr Zeit dafür unseren eigenen Interessen nachzugehen und unsere Ziele zu verfolgen
  • Wir fühlen uns selbstbewusster, freier und unabhängiger
  • Wir wirken auf andere selbstbewusster, stärker und attraktiver
Nachteile „Nein“ zu sagen:
  • Wir verärgern oder enttäuschen falsche Freunde, Kollegen oder Verkäufer
  • Wir geraten in Konflikte mit Menschen, die uns nur ausnutzen möchten
  • Wir werden nicht zu jedermanns Liebling
  • Wir können niemand anderes die Schuld dafür geben, wenn wir unser Leben nicht so gestalten können, wie wir das möchten/ Wir müssen die Verantwortung für unser Leben selbst tragen

Wie du siehst, gibt es sowohl für das Nein-Sagen, als auch für das Ja-Sagen Vor- & Nachteile. Bevor du dich also daran machst zu lernen richtig Nein zu sagen, gilt es abzuwägen, ob du das denn überhaupt tatsächlich möchtest? Bist du denn bereit auf die Vorteile des Ja-Sagens zu verzichten und die möglichen Nachteile des Nein-Sagens in Kauf zu nehmen?

Oder besser gefragt: Ist es dir wichtiger jedermanns Liebling zu sein und Konflikten aus dem Weg zu gehen, oder doch deine Ziele zu verfolgen, unabhängig zu sein und dich selbst zu schätzen? Ich hoffe doch mal stark Letzteres!

Übung macht den Meister/Nein-Sager

Wie wird man nun aber tatsächlich vom notorischen Ja-Sager, zum selbstbewussten Nein-Sager? Nachdem wir uns jetzt die Ursachen dafür angesehen haben, warum es uns oftmals schwerfällt „Nein“ zu sagen und auch die Vor- & Nachteile des Ja- & Nein-sagens, heißt auch an dieser Stelle das Zauberwort „Übung“.

Wie bei jedem Prozess, der in den Bereich Persönlichkeitsentwicklung fällt, kommt es auch beim Nein-sagen darauf an, das nicht als eine Art Schalter anzusehen, den du direkt umlegen kannst, sondern als einen Entwicklungsprozess, der Zeit und Übung in Anspruch nehmen wird.

Nein-Sager wird man also nicht über Nacht und das bedeutet, dass du es üben musst!

Visualisiere die Situation und sage darin „Nein“

Gibt es eine, oder vielleicht sogar mehrere Situationen, von denen du genau weißt, dass es dir darin schwerfällt „Nein“ zu sagen? Wenn ja, dann ist der einfachste und beste Weg mit dem Nein-sagen zu beginnen, diese Situation/en sich gedanklich vorzustellen – sie zu visualisieren – und zunächst einmal in deinen Gedanken „Nein“ zu sagen.

Mach daraus also ein kleines Gedankenspiel, indem du dir so genau wie möglich versuchst vorzustellen, wie die Situation/en normalerweise immer ablaufen, außer dass es diesmal einen gewaltigen Unterschied gibt: Du sagst diesmal „Nein“ anstatt „Ja“!

Versuch dir vorzustellen, wie du in dieser Situation ein starkes Gefühl von Selbstbewusstsein & -sicherheit verspürst und wie du keine Angst davor hast „Nein“ zu sagen. Mal dir auch mal ruhig aus, wie die andere Person darauf reagieren könnte, um das nächste Mal, wenn die Situation tatsächlich wieder eintrifft, auf alles vorbereitet zu sein.

So wie Profisportler oder Rennfahrer die Visualisierung dazu einsetzen, um beim Wettkampf oder auf der Rennstrecke bessere Ergebnisse zu erzielen, kannst auch du dich dieses Werkzeuges bemächtigen, um das nächste Mal einfacher „Nein“ sagen zu können.

Übe mit jemand anderem oder vor einem Spiegel

Eine weitere Möglichkeit das Nein-sagen zu üben, ist es Situationen nachzuspielen. Noch besser als bei der Visualisierung, kannst du dabei nämlich die Situationen sehr detailgetreu rekonstruieren und dich gedanklich und insbesondere auch emotional hineinversetzen.

Sobald du lernst in solchen Übungsszenarien erfolgreich „Nein“ zu sagen, wird dir auch das Nein-sagen in der realen Situation viel leichter fallen. Solltest du keinen Partner finden, der/die mit dir eine solche Situation nachspielen möchte, kannst du das natürlich auch alleine vor einem Spiegel üben.

Klar sieht das Anfangs etwas doof aus und fühlt sich komisch an, aber noch doofer sieht es aus, wenn du mal wieder „Ja“ anstatt „Nein“ sagst und dich im Nachhinein darüber ärgerst.

Zieh eine Grenze und errichte einen Zaun für das nächste Mal

Wie gesagt, ist das Erlernen der Fähigkeit Nein zu sagen ein Prozess und kein Schalter. Es wird notwendig sein, dich immer wieder solchen Situationen zu stellen und zu versuchen, das was du gelernt und geübt hast, auch in die Tat umzusetzen, wenn es drauf ankommt. An den Situationen nach und nach zu wachsen!

Wenn es die ersten Male nicht klappen sollte, darfst du keinesfalls den Kopf hängen lassen. Rückschläge sind bei der Persönlichkeitsentwicklung vollkommen normal und gehören ganz einfach dazu. So kann es für „Anfänger“ (wenn du dich noch nicht ganz traust klar „Nein“ zu sagen) ganz hilfreich sein, eine „das ist das letzte Mal“-Strategie zu fahren.

Die „das ist das letzte Mal“-Strategie

Gemeint ist damit, dass du der Person, die dich zum wiederholten Male um etwas bittet, mitteilst, dass das jetzt das letzte Mal ist und ihr auch deutlich signalisierst, dass du es ernst meinst. Bedeutet: Direkter Augenkontakt und kein Kichern oder Ähnliches, was die Glaubhaftigkeit deiner Aussage bloß zerstören würde.

Ein richtig kommuniziertes „Das ist das letzte Mal“ wird dafür sorgen, dass die Person, die öfters mal mit einem Anliegen zu dir kommt, sich das nächste Mal sorgfältig überlegt, ob es dies erneut tun wird. Dadurch ziehst du nämlich eine klare Grenze und errichtest für das nächste Mal einen Zaun, an dem nicht so einfach vorbeizukommen ist.

Nein sagen ohne Schuldgefühle & schlechtes Gewissen

Schuldgefühle oder Gewissensbisse stellen beim Thema „Nein-sagen“ einen echten Gegner dar, der es uns schwer macht, eine Bitte oder einen Gefallen zurückzuweisen. Oftmals setzen dann andere diesen Gegner gegen uns ein, um uns dazu zu bringen „Ja“ anstatt „Nein“ zu sagen.

Solltest du einen solchen Manipulationsversuch entlarven, steht schon mal direkt fest, dass jegliche Schuldgefühle oder Gewissensbisse hier gar keines Falls entstehen dürfen, da man dem Gegenüber sonst freiwillig auf den Leim gegangen ist. Im Gegenteil sollten hier anstatt Schuldgefühlen die Fragen aufkommen, wieso diese Person versucht einen zu manipulieren und zu etwas zu drängen, das man gar nicht möchte.

Doch auch wenn jemand einen um etwas bittet, ohne dabei die „Schuldgefühlkarte“ auszuspielen, kommt es oft dazu, dass wir uns im Nachhinein fragen: „Hätte ich nicht doch vielleicht lieber Ja gesagt?“

Solche Gedanken und damit die Schuldgefühle oder Gewissensbisse, entspringen denselben limitierenden Glaubenssätzen, denen auch die Unfähigkeit Nein zu sagen entspringt. Sie sind so etwas wie eine letzte Maßnahme des Glaubenssatzes, um uns doch noch umzustimmen und ihm Folge zu leisten.

Wer also Angst davor hat Nein zu sagen, weil er im Nachhinein nicht mit Schuldgefühlen oder Gewissensbissen kämpfen möchte, der sollte sich mal genau Gedanken darüber machen, weshalb es ihm/ihr an erste Stelle so schwerfällt Nein zu sagen. Ist es vielleicht doch die Angst davor als Egoist abgestempelt zu werden oder vielleicht die Angst vor Konflikten?

Was es auch ist, Schuldgefühle und Gewissensbisse entstehen erst dann, wenn wir diese Ängste nicht vollständig bekämpft/losgelassen haben und wir nicht eine klare Entscheidung getroffen haben, dass ein „Nein“ die richtige Antwort ist.

Wie sage ich Nein, auch wenn ich überrumpelt werde?

Ein großes Problemfeld beim Thema „Nein-sagen“ ist, wie man richtig Nein sagt in Situationen, in denen man mit einer Bitte, Aufgabe, einem Gefallen oder einem Angebot überrumpelt wird. Wenn man also gar nicht damit gerechnet hat, dass man jetzt „seinen Mann stehen“ und Nein sagen muss.

Verschaff dir Bedenkzeit

Die wohl einfachste und smarteste Lösung für das Problem mit dem „überrumpelt werden“ ist, dir in solchen Situationen Bedenkzeit zu verschaffen.

„Hey, lass mich darüber nachdenken und dir später dann einfach Bescheid geben.“
„Ich möchte jetzt nicht direkt zusagen, aber ich werde eine Nacht darüber schlafen und es dich dann morgen wissen lassen.“

Solch simple Formulierungen sind es, die du verwenden kannst, wenn du am Anfang stehst und noch Schwierigkeiten damit hast ein klares „Nein“ zu formulieren.

Gerätst du also in eine Situation, in der dir dein Bauchgefühl unmissverständlich signalisiert, dass hier ein klares „Nein“ gebraucht wird, du aber dich noch nicht mutig genug dafür fühlst, dann verschaff dir Bedenkzeit.

Das wird dir dann die Möglichkeit geben dich vorzubereiten, deine Übungen zu machen und der Person letztendlich dann doch ein „Nein“ mitteilen zu können. Und wenn du nach sorgfältiger Überlegung dich doch dazu entscheidest „Ja“ zu sagen, kannst du das natürlich immer noch machen. Durch die Äußerung des Wunsches nach etwas Bedenkzeit ist also nichts verloren!

Du kannst nur überrumpelt werden, wenn du dich auch überrumpeln lässt!

Formuliere als Aussage und nicht als Frage!

Formuliere einen Wunsch auf Bedenkzeit nicht als Frage, sondern als Aussage. Ein Frage würde nämlich bedeuten, dass du die andere Person um Erlaubnis bittest. Dein Gegenüber soll aber erst gar nicht die Möglichkeit bekommen, deinen Wunsch und damit deine Bedenkzeit abzulehnen.

Nicht richtig wäre also beispielsweise: „Könnte ich vielleicht noch etwas darüber nachdenken?“ Oder „Ich würde dir etwas später Bescheid geben, wenn das ok ist?“ Er/sie bittet dich um etwas! Nicht andersherum! Klar ist es da ok, wenn du erst einmal darüber nachdenkst.

Mach es dir zur Gewohnheit

Sich auf eine Bitte oder ein Angebot hin erst einmal etwas Bedenkzeit einzufordern, ist super und niemals das Falsche. Mach es dir also zu einer Gewohnheit, dass wenn du von jemandem um etwas gebeten oder dir etwas angeboten wird, du dir erst einmal Zeit nimmst, um sorgfältig darüber nachzudenken.

Hab keine Angst davor, dass die Situation oder die Person nicht warten kann! Sie wollen schließlich etwas von dir und wenn dein Gefühl und Verstand nicht augenblicklich zusagt, dann werden sie dir die Zeit zum Nachdenken einfach geben müssen.

Die letzte Chance: Die „Notlüge“

Natürlich ist das nicht gerade optimal, aber es führt oftmals zum Ziel – die „Notlüge“. Zumindest bezeichnet man eine Lüge in solchen Situationen oftmals als „Notlüge“, doch in Wahrheit ist und bleibt das eine klare Lüge. Es ist ja schließlich keine Not! Wir selbst machen uns die „Not“, weil wir nicht gelernt haben richtig Nein zu sagen.

Dich aus unangenehmen Situationen, in denen es dir schwerfällt „Nein“ zu sagen „rauszulügen“, darf also keinesfalls zu einer Gewohnheit werden.

Dein Ziel liegt ja schließlich darin irgendwann selbstbewusst Nein-sagen zu können und nicht darin zum Lügenbaron zu mutieren, stimmt’s? Lerne auf solche „Notlügen“ zu verzichten und du wirst spüren, wie du dich zu einer stärkeren, selbstbewussteren und anziehenderen Person entwickelt hast!

Schlusswort

Ich hoffe, ich konnte dir in diesem ausführlichen Artikel einige hilfreiche Tipps und Vorgehensweisen an die Hand geben, dank derer du das nächste Mal, wenn es wieder notwendig wird, richtig „Nein“ sagen kannst.

Beginn Situationen, in denen du weißt/fühlst, dass „Nein“ hier die richtige Antwort ist, nicht als etwas anzusehen, dass du vermeiden musst, sondern als etwas, an dem du die Möglichkeit hast dich zu testen und zu wachsen!

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Vergnügen und viel Erfolg dabei.
Denk daran: „Die Fähigkeit das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit!“

Nutze dein Potenzial,
Alex Bellon

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Über Alex Bellon

Alex ist Unternehmer, Trainer & Mitbegründer von mehreren Online-Projekten/Firmen, darunter auch FlowFinder® Mehr →

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