Egoismus ist ein heikles Thema, insbesondere weil es in unserer Gesellschaft einen äußerst negativen Touch hat. Es wird uns von Geburt an eingetrichtert, dass wir ein Gewissen haben sollen – dass wir an andere denken sollen und wenn wir nur an uns denken, dann müssen wir uns schuldig & schlecht fühlen.

Man vermittelt uns das Bild von einem Kuchen und wenn wir uns den Großteil des Kuchens schnappen, dann bleibt nichts mehr für die anderen übrig. Eine Win-Lose-Situation also.

Wenn es allerdings um Persönlichkeitsentwicklung geht, dann ist das einer der größten limitierenden Glaubenssätze, die du haben kannst. Und warum Egoismus gut ist, wenn es um deine Persönlichkeitsentwicklung geht, das erreichen deiner Ziele und darum endlich glücklich zu werden, möchte ich dir im Folgenden erklären.
 

Selbstlose Menschen sind leichter zu kontrollieren

Insgesamt betrachtet ist das Thema Egoismus ein ziemlich gutes Machtinstrument. Man kann eine Masse deutlich besser kontrollieren, wenn man jedem einzelnen eintrichtert, dass er sich anpassen soll, dass er gefälligst immer erst an die Gefühle anderer denken soll. Die Meisten schlucken diese Pille und werden zu kleinen, braven Schäfchen.
 

Gesunder Egoismus führt zu einem Leben nach eigenen Standards

Und genau hier liegt der Hund begraben: Wenn du versucht es allen recht zu machen, dann leidet langfristig nicht nur deine Lebensqualität, sondern auch die der anderen. Du musst begreifen, dass wir in einer Welt der Polaritäten leben und deshalb wird es immer Menschen geben, die dich hassen werden, für das was du tust. Diese Tatsache gehört zu den Dingen, die du in dieser Welt einfach akzeptieren solltest.

Ich rede hier aber von einem Egoismus der das wiederspiegelt, was du wirklich bist! Ein Egoismus, der dich deinen persönlichen Pfad folgen lässt. Ein gesunder Egoismus also! Du musst deine Bedürfnisse an die allererste Stelle platzieren. Ja, das mag jetzt vielleicht hart und egoistisch klingen, aber so ist es nun mal. Davon wirst nämlich letzten Endes nicht nur du, sondern auch alle Menschen um dich herum profitieren.
 

Abgrenzung zum übertriebenen Egoismus

Ich möchte gleich eine Sache klarstellen: Ich rede nicht von übertriebenem Egoismus und Selbstverliebtheit! So etwas ist in meinen Augen ein bloßes Zeichen von Schwäche und Angst. Ich rede nicht von den Menschen, die versuchen aus allem ihren persönlichen Vorteil auszuquetschen. Die bereit sind über Leichen zu gehen.

Klar, als ein solcher Schweinehund kann man es in unserer Gesellschaft sehr weit bringen. Zumindest materiell, aber wirklich glücklich wird man dadurch nicht.
 

Gesunder Egoismus schafft eine Win-Win-Situation

Und deshalb zurück zum Thema: Ich rede hier von einer gesunden Portion Egoismus, die dich dabei unterstützt den Weg zu gehen, den du gehen musst. Der für dich bestimmt ist!

Du musst verstehen, dass du nur dann langfristig glücklich werden kannst, sobald du diese ganze soziale Konditionierung über Bord wirfst, endlich aufhörst dich anzupassen und anfängst nach deinen eigenen Standards zu leben.

Sobald du das machst, wirst du nicht nur dich selbst glücklich machen, sondern auch viele andere Menschen um dich herum. Weil du ihnen einen Weg zeigst. Weil du für sie ein Vorbild sein kannst! Und dann werden sich andere Menschen denken „Hey, wenn er das geschafft hat, dann kann ich das ja wohl auch schaffen.“

Sie nehmen dich als Vorbild und fangen womöglich an nach ihren Standards zu leben. Genau darum geht es hier. Du musst zu einem gesunden Teil ein Egoist sein, wenn es dazu kommt deine Ziele zu setzen und deine Träume zu verwirklichen.

Du musst jemand sein, der nicht zwanghaft versucht ins Raster zu passen und jemand, der beginnt nach den eigenen Standards zu leben.

Glaub mir, genau das ist die mit Abstand intelligenteste Entscheidung, die ein Mensch in seinem Leben treffen kann.
 

Je zufriedener wir sind, desto hilfsbereiter sind wir

Der zweite positive Effekt, den eine gesunder Portion Egoismus mit sich bringt, ist neben der Vorbildfunktion, dass sobald du deiner Leidenschaft folgst, du automatisch zufriedener wirst und dadurch auch eher bereit bist anderen Menschen zu helfen. Es ist also so etwas wie ehrenamtlich Arbeit.

Wenn du aber unzufrieden bist und das Gefühl hast zu kurz zu kommen, dann versuchst du dich von allen abzuschotten, geschweige den zu helfen. Dann kommt es eher zu dieser Form des extremen, übertriebenen Egoismus, bei dem man seine Bedürfnisse und Wünsche über die der anderen stellt.
 

Pseudo-Selbstaufgabe

Auf der anderen Seite gibt es diese Pseudo-Selbstaufgabe/-Selbstaufopferung.

Das sind Menschen, die sich für jemand anderen aufopfern und aus diesem Grund ihre eigenen Ziel, Träume & Wünsche zurückstellen.

Wenn man ehrlich ist, dann wird man erkennen, dass das für viele oftmals nichts weiter als bloße Ausreden sind, die sie wunderbar dazu einsetzen können um niemals ihre Komfortzone verlassen zu müssen.

Und ja, ich weiß, das kling verdammt hart! Aber es ist nun mal nichts bewundernswertes daran, wenn du versuchst jedermanns Liebling zu sein. Wenn du versuchst es allen recht zu machen.

Das resultiert aus einem zu niedrigen Selbstwertgefühl und man stellt die Prioritäten der anderen über die eigenen. Diese Menschen machen bspw. die gesamte Arbeit und andere ernten dann die Lorbeeren. Oder sie opfern sich für andere so dermaßen, dass sie psychisch oder physisch krank werden.

Ich möchte das du verstehst, dass du dir selbst und all den Menschen um dich herum mit einer gesunden Portion Egoismus viel eher hilfst, als durch grenzenlose Selbstaufopferung. Und zwar durch gerade einmal so viel Egoismus, dass du eine Win-Win-Situation schaffst. Ich rede hier nicht von Gier oder Machtstreben. Das sind Pervertierungen und haben nichts mit der eigenen Wertschätzung zu tun.
 

Echte Selbstliebe – Lebensweisheit von Charly Chaplin

Und dazu habe ich hier eine passende Lebensweisheit, aus einer Rede von Charly Chaplin herausgesucht:

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit,
 was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, 
das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. 
Anfangs nannte ich das „gesunden Egoismus“, aber heute weiß ich, das ist Selbstliebe.“

Wow, das trifft den Nagel auf den Kopf!
 

Auf den Punkt gebracht

Das ist genau das, was ich dir in diesem Artikel vermitteln möchte. Mach immer das, was du für richtig hältst und sei ruhig ein Egoist, solange du versucht dabei deinen eigenen Weg zu gehen und Win-Win-Situationen zu schaffen.

Ich rede nicht von Gier oder Machtstreben. Ich rede nicht davon andere willentlich zu verletzen, zurückzustellen oder sie zu hintergehen, sondern ich rede von Selbstverantwortung & Selbstliebe.

Das ist wirklich wichtig zu verstehen und wenn jemand den Moralfinger hebt und dir sagt: „Ich kann das nicht, meine Eltern erwarten von mir, dass ich Anwalt werde“ oder „Du verstehst das nicht! Ich würde ja gerne ein Business starten, aber meine Frau lässt mich nun mal nicht!“. Dann scheiss drauf!

Ein „guter Egoist“ zu sein bedeutet andere Prioritäten zu setzen. Es bedeutet DEINE Prioritäten zu setzen!

Nutze dein Potenzial,
Eugen