In diesem Beitrag möchte ich auf das Thema Prioritäten eingehen und damit verbunden die wohl populärste Technik aufgreifen, das Eisenhower-Prinzip. Da dieser Artikel sehr lang geworden ist, findest du im Folgenden eine kurze Navigation bzw. ein knappes Inhaltsverzeichnis.

1. Eisenhower-Prinzip: Eine kurze Einleitung zum effektiven Setzen von Prioritäten

1.1 Welchen Nutzen hat das Eisenhower Prinzip?
1.2 Wie funktioniert das Eisenhower Prinzip?
1.3 Wie wendet man das Eisenhower Prinzip in der Praxis an?
1.4 Konkrete Beispiele für die einzelnen Quadranten im Eisenhower Diagramm

2. Eisenhower Prinzip: berufliche und persönliche Träume und Ziele mit den richtigen Prioritäten erreichen

2.1 Quadrant 1: Dringende und wichtige Aufgaben
2.2 Quadrant 3: Dringende aber nicht wichtige Aufgaben
2.3 Quadrant 4: Weder dringende noch wichtige Aufgaben
2.4 Quadrant 2: Wichtige aber nicht dringende Aufgaben
2.5 Kriterien um langfristig im zweiten Quadranten bleiben zu können und so an seinen wichtigsten Prioritäten zu arbeiten
2.6 Übung zum setzen richtiger Prioritäten nach der Eisenhower Methode
2.7 Die ABC-Analyse als vereinfachte Alternative zum Eisenhower-Prinzip
2.8 Abschließende Tipps zum Setzen richtiger Prioritäten nach dem Eisenhower Prinzip

 

1. Eisenhower-Prinzip: Eine kurze Einleitung zum effektiven Setzen von Prioritäten

Der Begriff „Asap – as soon as possible“ ist heute das Maß in allen Unternehmen und allen innermenschlichen Beziehungen. Jeder will alles sofort, sodass es nicht selten vorkommt, dass wir den gesamten Tag damit verbringen Aufgaben abzuarbeiten, die andere von uns einfordern. Allerdings sollte dir inzwischen klar sein, dass du in deinem Leben derjenige bist, der die Prioritäten setzt und niemand anderer!

Nach dem Pareto-Prinzip sind 20% unserer Aufgaben ausschlaggebend für 80% unserer Ergebnisse und umgekehrt. Unglücklicherweise sind aber diese 20% meist nicht dringend, sodass wir unsere Zeit überwiegend den 80% der dringenden Aufgaben widmen. Diese 20% unserer Aktivitäten bringen uns unseren Zielen tatsächlich näher und trotzdem schenken wir diesen Aufgaben kaum Beachtung. Die restlichen 80%, bzw. die dringenden Aufgaben sind vielmehr Zeitdiebe, die nur einen sehr geringen Beitrag für unsere Vision leisten.

Das war auch die ausschlaggebende Überlegung des amerikanischen Präsidenten Dwight David Eisenhower, welche sich bei der Bewältigung seiner täglichen Aufgaben eine raffinierte Methode einfallen lies. Er unterteile alle seine Aufgaben nach deren Dringlichkeit und deren Wichtigkeit und platzierte diese denn in ein Diagramm bzw. eine Matrix.

Es ist eine sehr effektive Methode klare Prioritäten zu setzten und seine Ziele zu erreichen in dem man sich auf die wirklich wichtigen Aufgaben auf seiner Todo-Liste konzentriert. Heute wird dieses Konzept in fast jedem Zeitmanagement-Seminar unterrichtet.

Wichtig ist, dass du begreifst, dass die wirklich wichtigen Aufgaben im Leben niemals hinter den dringenden, aber eher unwichtigen aufgeschoben werden dürfen. Doch leider ist es der Lauf der Dinge und wir haben eine natürliche Neigung in uns, die dringenden, unwichtigen und einfachen Aufgaben abzuarbeiten.

Die Gefahr dabei ist sehr groß dass diese nur auf kurze Sicht "wichtigen" Aufgaben dir deine gesamte Zeit aussaugen können. Das ist im Übrigen wohl der größte Fehler im Zeitmanagement.

 

1.1 Welchen Nutzen hat das Eisenhower Prinzip?

Das Eisenhower-Prinzip ist die Herangehensweise des amerikanischen Präsidenten Wesentliches und wichtiges vom Unwesentlichen und unwichtigen zu trennen. Diese Strukturierung der Aufgaben ermöglicht es Aufgaben ihrer Priorität nach zu ordnen und so mit der größten Hebelwirkung zu arbeiten.

Denn erfolgreich kann nur der sein, der sich um das Wesentliche kümmert und sich nicht von Belanglosigkeiten ablenken lässt. Dies befreit uns von unnötigem Stress und schafft in unserem beruflichem / persönlichen Leben mehr Freiheit und Zeit für die Dinge die wirklich wichtig sind.

Frau streckt Hände in die Luft beim Sonnenaufgang im Kornfeld© Shutterstock / Petar Paunchev

Zum besseren Verständnis

  • Wichtig: bringt uns unseren Wünschen und Zielen näher, hier orientiert man sich am Ziel
  • Dringend: erfordert unsere sofortige Aufmerksamkeit, da Zeitdruck, hier orientiert man sich an der Tätigkeit

Merke: „Keine Zeit!“ gibt es nicht, es gibt nur andere Prioritäten.

 

1.2 Wie funktioniert das Eisenhower Prinzip?

Bei der Methode von Eisenhower bewertet man seine anstehenden Aufgaben nach zwei einfachen Faktoren: nämlich nach deren Dringlichkeit und deren Wichtigkeit. Dadurch ergeben sich insgesamt vier Konstellationen die in eine Matrix eingetragen werden:

Dringlichkeit
Wichtigkeit
dringend
nicht dringend
wichtig
wichtig und nicht dringend
wichtig, aber nicht dringend
nicht wichtig
nicht wichtig, aber dringend
weder wichtig noch dringend

 

Wie man sieht sind diese vier Kombinationenen:

  • Wichtige und dringende Aufgaben
  • Wichtige aber nicht dringende Aufgaben
  • Nicht wichtige aber dringende Aufgaben
  • Weder wichtige noch dringende Aufgaben

 

Umsetzung der Eisenhower Methode

  • Schritt 1: Die Aufgaben die weder wichtig noch dringend sind werden von der ToDo-Liste gestrichen oder landen im Papierkorb.
  • Schritt 2: Die Aufgaben die zwar dringend, aber nicht wichtig sind müssen wir lernen zu delegieren.
  • Schritt 3: Die wichtigen Aufgaben die im oberen Teil der Matrix eingetragen wurden, werden sofort abgearbeitet. Der Fokus dabei sollte mehr und mehr auf die wichtigen, aber nicht dringenden Aufgaben gerichtet werden, da hier langfristig die größten Ergebnisse erzielt werden können.

 

1.3 Wie wendet man das Eisenhower Prinzip in der Praxis an?

Praxisbeispiel Nr.1

Wir müssen bei jeder Aufgabe entscheiden, wie dringend und wichtig die jeweilige Aufgabe ist. Trägt man jetzt alle anstehenden Aufgaben in das Eisenhower Diagramm ein, so kann man einfach erkennen auf welche Aufgaben man sich konzentrieren sollte und welche Aufgaben von der To-Do Liste gestrichen werden können. Die verschiedenen Aufgaben können jetzt besser miteinander verglichen werden und man kann das Gesamtbild wie aus der Vogelperspektive besser und objektiver betrachten.

Hier sollte man mit harter Hand entschlossen vorgehen, denn grundsätzlich können viele Aufgaben von der Liste gestrichen werden, auch wenn das am Anfang schwer zu glauben ist. Danach muss entschieden werden welche Aufgaben delegiert werden. Und zum Schluss muss man klare Deadlines und Termine für alle restlichen und gleichzeitig wichtigen Aufgaben festlegen.

 

Praxisbeispiel Nr. 2

Sobald eine Information wie beispielsweise eine eingehende Email unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, gilt es hier sofort die richtige Entscheidung zu treffen. Das Problem ist, dass eine Aufgabe auf den ersten Blick deutlich wichtiger erscheint, als es sich später herausstellt. In einem solchen Fall müssen wir entscheiden, ob die Aufgabe sofort bearbeitet werden sollte, ob sie weitergeleitet bzw. delegiert werden kann, oder ob die Aufgabe auch im Papierkorb landen könnte.

Eine entscheidende Frage die Brian Tracy an dieser Stelle vorschlägt ist „Nutze ich damit meine Zeit am besten?“. Wenn es also eine Aufgabe gibt, die wichtiger ist und mit Sicherheit eine höhere Hebelwirkung hat, dann sollte man sich der Aufgabe widmen bzw. die Störung ignorieren.

Wenn du bspw. eine Email erhältst und gleichzeitig einen Lottoschein mit 6 Richtigen am Schreibtisch liegen hast, der in spätestens 20 Minuten eingelöst werden soll. Dann stell dir einfach diese Frage "Nutze ich mit dieser Tätigkeit meine Zeit am sinnvollsten?" und schon hast du ein klares Bild. Wenn man nämlich anfängt die Email zu bearbeiten, dann muss man ganz schön bescheuert sein, denn dann wird wahrscheinlich der Lottogewinn verfallen, außer die Email ist 100 Millionen wert.

Du siehst also mit dieser Frage kannst du ganz einfach feststellen was du als nächstes tun solltest. Du kannst feststellen was die nöchste Priorität für dich hat.

 

1.4 Konkrete Beispiele für die einzelnen Quadranten im Eisenhower Diagramm

Die folgende Graphik soll nochmals die Aufteilung der einzelnen Quadranten im Eisenhower Diagramm verdeutlichen.

Eisenhower Diagramm Matrix

 

I. Quadrant / dringende und wichtige Aufgaben

  • Krisenherde
  • z.B. plötzlich aufgetretene Probleme mit Kunden, brennende Emails, dringende Krisenbesprechungen
  • Überlastung / Überforderung
  • Müssen noch heute erledigt werden
  • Haben einen festen Termin
  • Vorgehen: Müssen auf jeden Fall reduziert werden
  • Können teilweise delegiert werden, sollten dann aber bei Bedarf kontrolliert werden
  • Sollten in Zeiten mittelbarer Leistungsfähigkeit erledigt werden, wenn man bspw. etwas müde ist

 

II. Quadrant / nicht dringende aber wichtige Aufgaben

  • Haben keinen festen Termin und das ist fatal
  • Beispiele: Persönliche Entwicklung, Weiterbildungen, Gesundheit, Beziehungen zu Mitmenschen, Zeit mit Familie und Freunden, Hobbys
  • Deshalb müssen hier Termine gesetzt werden
  • Werden dringend, wenn lange keine Beachtung geschenkt wird (wenn du bspw. lange deine Gesundheit vernachlässigst, dann wirst du schlussendlich krank werden und dann ist das Thema Gesundheit auf einmal dringend)
  • Visionen und Leitbilder
  • Stark motivierende Aufgaben
  • Lege konkrete Zeiten fest, sodass du kontinuierlich an diesen Aufgaben arbeiten kannst
  • Konzentration auf dieser Ebene löst langfristig sehr viele Probleme in den restlichen Bereichen (z.B. 10-Fingersystem, Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt beugen spätere akuten Behandlungsbedarf vor)
  • Wie überall: je weiter B-Aufgaben aufgeschoben werden, desto mehr wachsen diese (bspw. aufgeschobene Körperliche Beschwerden)
  • Komplexe Aufgaben in diesem zweiten Quadranten fordern uns am meisten, deshalb müssen wir diese in unseren leistungsstärksten Stunden bearbeiten (bspw. wenn wir daran arbeiten uns selbstständig zu machen

 

III. Quadrant / dringende aber weniger wichtige Aufgaben

  • Unnötige Belastungen
  • Müssen dringend reduziert werden
  • Sollten delegiert oder weitergeleitet werden
  • bei Routineaufgaben, die du selbst erledigen musst, solltest du hierfür deine leistungsschwächsten Zeiten einplanen
  • z.B. Rechnungen prüfen, Fotos für eine Firmenpräsentation aussuchen / Berichte heraussuchen, Unterbrechungen durch Kollegen, unerwartete Anrufe

 

IV. Quadrant / nicht dringende und nicht wichtige Aufgaben

  • Aufgaben die in den Papierkorb gehören, sind absolut überflüssig
  • z.B. Witzige Email, weitergeleitete Videos, Anruf von einem gelangweilten Freund, Besuch eines gelangweilten Kollegen

 

2. Eisenhower Prinzip: Konkrete Vorgehensweise, um seine beruflichen und persönlichen Träume und Ziele im Leben zu erreichen

Im ersten, oberen Teil habe ich grob erklärt wie das Eisenhower Prinzip funktioniert und in diesem zweiten Teil möchte ich detailliert darauf eingehen wie die Eisenhower Mehtode eingesetzt wird. Im Wesentlichen stützen sich die Erkenntnisse auf den Bestseller von Stephen Covey "7 habits of highly effective people". Ich möchte zunächst etwas weiter ausholen, aber du wirst schnell verstehen was das alles mit "Prioritäten setzen" zu tun hat.

Unsere rechte Gehirnhälfte erschafft einen konkreten Plan, von dem was wir erreichen wollen. Unsere linke Gehirnhälfte setzt diesen dann um. Dabei ist entscheidend die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu unternehmen. Hat man sich in der ersten Phase kaum Gedanken darüber gemacht, was man eigentlich will dann ist es wie mit dem Auto loszufahren und ohne eine Karte rechtzeitig am Ziel anzukommen zu wollen, reine Glückssache!

Mann zeichnet Haus in die Luft© Shutterstock / TijanaM

Hat man hingegen einen konkreten Plan so ist es genauso wichtig diesen richtig anzugehen. Dabei geht es darum, durch Analyse die einzelnen Schritte festzulegen, diese logisch zu ordnen und rechtzeitig umzusetzen. Allen voran ist jedoch ein konkreter Plan bzw. eine motivierende Vision entscheidend. Doch bevor man seinen Traum verwirklichen kann muss man sich Zeit nehmen und darüber nachdenken was man will und was einem wichtig ist.

Kind spielt mit Flugzeug und träumt davon Pilot zu werden© Shutterstock / Chepko Danil Vitalevich

Es erfordert Führungsqualitäten zu entscheiden was am wichtigsten ist (Prioritäten aufstellen) und es erfordert Managementqualitäten genau diese Schritte als erstes abzuarbeiten. An dieser Stelle erfordert es viel Disziplin, an den Aufgaben zu arbeiten, die langfristig wirklich wichtig sind. Wahre Disziplin kommt dabei von innen und ist das Ergebnis des eigenen freien Willens.

Ohne äußeren Druck, immer das zu tun was wirklich wichtig ist erfordert sehr viel Selbstbeherrschung. Es ist etwas völlig anderes, wenn jemand konsequent und gewissenhaft seine Arbeit erledigt, weil er in einem Arbeitsverhältnis steht und der Druck von außen die Arbeitsweise vorgibt. Auf der anderen Seite ist es ungemein schwieriger etwas zu tun, wo überhaupt keine Dringlichkeit dahinter steht.

 

Wichtigste Eigenschaft erfolgreicher Menschen ist die Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden

E. M. Gray hat sein Leben lang nach einem gemeinsamen Faktor zwischen erfolgreichen Menschen gesucht. Veröffentlicht hat er seine Erkenntnis in seinem Aufsatz „The Common Denominator of Success“. Die Kernaussage darin war, dass besonders erfolgreiche Menschen fortlaufend die Sachen und Aufgaben als erstes bearbeiten, die wirklich von Bedeutung sind und der Durchschnittsmensch genau diese Angelegenheiten, um jeden Preis, versuchen zu meiden.

Die untere Darstellung zeigt deutlich, wie unsere Aufgaben eingeteilt werden können. Dabei werden die Angelegenheiten durch die Faktoren dringlich und wichtig bestimmt. Auf der X-Achse wird die Dringlichkeit abgebildet und auf der Y-Achse die Wichtigkeit der anstehenden Aufgaben.

Dringliche Aufgaben bedeuten umgehende Aufmerksamkeit. Bestes Beispiel ist hierfür ein klingelndes Telefon, die wenigsten Menschen können einem Anruf widerstehen, sie greifen einfach sofort zum Hörer.

Dringend bedeutet sofortige Reaktion, es sind Aufgaben die einen reaktiven Menschen bestimmen, er hat keine Kontrolle darüber was um ihn herum geschieht. Die Aufgabe bzw. die Störung hat absolute Priorität. Diese Aufgaben liegen fast immer direkt vor uns und sind einfach in der Umsetzung.

Eisenhower Diagramm Matrix

 

Auf der zweiten Skala wird die Wichtigkeit der Aufgabe bestimmt. Wichtige Aufgaben tragen entscheidend zum Ergebnis, zur Mission und zu den persönlichen Werten (darauf wird im Folgenden noch eingegangen) bei.

Der Großteil der Menschen reagiert auf dringende Aufgaben, ganz gleich ob diese wichtig oder unwichtig sind. Sie denken nicht nach ob diese Aufgabe einen wirklichen Mehrwert für ihr Leben, oder ihre berufliche Laufbahn hat. „Bringt mich diese Aufgabe dem Projektabschluss wirklich näher?“, so könnte beispielsweise eine entscheidende Frage lauten, wenn gerade eine Aufgabe ansteht, die genauso gut im Papierkorb landen könnte. Die meisten Menschen jedoch machen sich da wenig Gedanken und verschwenden so massenweise Zeit.

Jedoch ist es so, dass die einzelnen Aufgaben unterschiedliche Prioritäten haben und damit einen unterschiedlichen Beitrag zu unserem beruflichen oder privaten Leben leisten. Anders gesagt haben wir kaum einen Nutzen von machen Aufgaben und Tätigkeiten, welche aber sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Dies sind meist einfache und angenehme Aufgaben, deshalb sind genau diese Aufgaben für uns immer solch eine große Versuchung.

Auf der anderen Seite haben unangenehme und komplexe Aufgaben einen viel größeren Nutzen und deshalb sollten wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Zeit genau diesen Aufgaben widmen.

Um diese Aufgaben zu identifizieren verwenden wir im Folgenden das Eisenhower Diagramm und beleuchten jeden einzelnen Quadranten genauer.

2.1 I. Quadrant des Eisenhower Diagramms

Diese Aufgaben sind dringlich und gleichzeitig wichtig. Das Ergebnis wird schnellstmöglich verlangt. Privat oder im Berufsleben, wir alle haben diese Aufgaben, die wir meistens als Probleme oder Krisen bezeichnen. Die meisten Menschen lassen sich von diesen Aufgaben komplett mitreißen.

Diese Aufgaben verlangen unsere sofortige Aufmerksamkeit und üben einen großen Druck auf uns aus. Es sind die Aufgaben auf die WIR reagieren und die uns bestimmen, nicht umgekehrt. Ist die eine Krise erstmal überwunden so folgt gleich die nächste.

Die Menschen die hier arbeiten sind problemorientiert, es sind Krisenmanager. Hier gilt es die Brände schnellstmöglich zu löschen. Viele Aufgaben sind sehr kritisch und die Deadline muss um jeden Preis eingehalten werden.

Ergebnisse des ersten Quadranten im Eisenhower Diagramm

Der einzige und schnellste Ausweg sind die unwichtigen Aufgaben im III und insbesondere IV Quadranten. Kaum Beachtung wird dem besonders wichtigen zweiten Quadranten geschenkt.

Ein dauerhafter Aufenthalt in diesem I. Quadranten ist fatal. Menschen die diese Aufgaben langfristig nicht unter Kontrolle bekommen brennen durch den ständigen Druck und den akuten Handlungsbedarf wortwörtlich aus. Das letztendliche Resultat sind nicht selten seelische und körperliche Schäden. Der ständige Stress kann auf Dauer zur kompletten seelischen Leere führen, auch bekannt als Burnout-Syndrom.

Falsche Prioritäten und ein misslungenes Stress- und Zeitmanagement führt aber auch zu körperlichem Leiden. So sind Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Rücken- und Nackenschmerzen nicht selten Folgen ständigen Drucks. Langfristig kann sich die ständige Angespanntheit auch in Form von Bandscheibenvorfällen oder Tumoren äußern.

Dies ist definitiv der Quadrant aus dem wir uns so schnell wie nur möglich zurückziehen müssen. Wie dies umgesetzt werden kann wird im Laufe dieses Artikels erläutert.

2.2 III. Quadrant des Eisenhower Diagramms

Menschen die sich überwiegend im III. Quadranten befinden, arbeiten an dringenden aber unwichtigen Aufgaben. Sie denken zwar, dass diese Aufgaben wichtig sind, bei näherer Betrachtung jedoch stellt sich oft heraus, dass diese Aufgaben wichtig und dringend für die Agenden und Prioritäten anderer sind, nicht für die eigenen. Sie lassen sich also oftmals von Aufgaben mitreißen die eigentlich nicht sein müssten.

Resultate im dritten Quadranten des Eisenhower Diagramms

Da den Aufgaben im II. Quadranten kaum Beachtung geschenkt wird ist die Sichtweise sehr kurzfristig. Der Betroffene konzentriert sich überwiegend auf die unwichtigen Aufgaben, wichtige Aufgaben werden lange Zeit nicht beachtet und enden oftmals in einem Desaster.

So sollte beispielsweise der Punkt „Gusundheit“ für jeden eine langfristige und gleichzeitig sehr wichtige Rolle spielen. Somit fällt dieser Punkt in den II. Quadranten. Dieser ist zwar wichtig jedoch nicht dringend. Der Betroffene im III. Quadranten (wie auch im I. Quadranten) wird früher oder später die gesundheitlichen Konsequenzen dafür tragen müssen.

Ein anderes Beispiel sind Chancen die man hätte wahrnehmen können, diese sind an ein gewisses Zeitfenster gebunden, der Betroffene des III. Quadranten tendiert oftmals dazu sich auf unwichtige und nicht dringende Aufgaben zu konzentrieren und läuft gleichzeitig verpassten Chancen hinterher.

Besprechung im Büro© Shutterstock / Pressmaster

Die essentiellste Fähigkeit für die Bewältigung der Aufgaben aus dem 3. Quadranten ist die Fähigkeit effektiv delegieren zu können. Aufgaben in diesem Bereich sind nicht besonders wichtig und deshalb sollten hierzu Mitarbeiter angelernt werden, welche diese Routineaufgaben übernehmen können, um einen dadurch selbst zu entlasten.

Da im III. Quadranten ständig an unwichtigen Aufgaben gearbeitet wird ist ein berufliches Vorankommen nahezu unmöglich. Überforderung und Überstunden und sind nicht selten die Folge. Dadurch dass er nicht wahrnimmt, dass die Aufgaben an denen er arbeitet unwichtig sind, sieht er das Problem nicht und fühlt sich in der Opferrolle.

 

2.3 IV Quadrant des Eisenhower Diagramms

Das wohl schlechteste und ineffektivste Zeitmanagement haben Menschen die sich ausschließlich auf die Aufgaben im 4. und 3. Quadranten konzentrieren. Effektive Menschen hingegen lassen die Finger von diesen Aufgaben und verlagern ihre Prioritäten in den ersten und Zeiten Quadranten.

Der Grund dafür ist, dass die Aufgaben im 3. und insbesondere im 4. Quadranten schlichtweg unwichtig sind und keine vorzeigbaren Erfolge erzielen. Insbesondere im 4., Quadranten schafft man absolut keine Resultate. Das sind reine Ablenkungen, wenn bspw. ein gelangweilter Freund in der Arbeit anruft und mit dir etwas plaudern will.

Ergebnisse des vierter Quadranten im Eisenhower Diagramm

Die Konsequenzen der Betroffenen im III. und IV. Quadranten sind schnell absehbar. Hier fehlt der Realitätsbezug und die Prioritäten werden komplett falsch, oder gar nicht, beurteilt bzw. gesetzt. Das Ergebnis ist ein absolutes Chaos. Kaum eine Aufgabe kann scharfsinnig gelöst werden, da im Hintergrund zahlreiche weitere Aufgaben den Druck erhöhen und die Konzentration belasten.

Der Betroffene hat absolut kein Verständnis mehr für sein Zeitmanagement und kann im Prinzip die fehlende Zeit nur durch mehr und mehr Überstunden kompensieren. Da jedoch das zeitliche Pensum seiner Woche stark begrenzt ist, verliert der Betroffene im III. und IV. Quadranten bald komplett den Überblick und die Kontrolle. Dies hat fast immer den Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge.

Der 1. Quadrant, der 2. Quadrant und der 4. Quadrant sowie deren Folgen wurden nun deutlich genug beleuchtet. Die Lösung zu einem effektiven Zeitmanagement liegt im unscheinbaren zweiten Quadranten. Der zweite Quadrant ist das Herzstück des Eisenhower Prinzips und im Folgenden soll dieser ganz genau betrachtet werden. Zudem wird im Folgenden darauf eingegangen wie man diesen schwierigen Übergang in den zweiten Quadranten schaffen kann.

 

2.4 II. Quadrant des Eisenhower Diagramms

Die Aufgaben des zweiten Quadranten sind nicht dringen, aber dafür besonders wichtig. Dies sind meist langfristige Vorhaben, Visionen, Beziehungen oder die Vorbereitung auf wirklich wichtige Sachen im Leben. Man kann ohne weitere Diskussionen sagen, dass in diesem Quadranten die wirklich wichtigen Prioritäten liegen, ganz bleich ob beruflich oder privat.

Dieser Quadrant ist der heilige Gral zum wahren Selbst- und Zeitmanagement und damit zur höchsten Effektivität. Hier sind die Aufgaben, von denen wir im Inneren wirklich wissen, dass wir uns für diese Angelegenheiten mehr Zeit nehmen sollten, aber irgendwie werden wir immer wieder davon abgehalten.

Das liegt daran, dass diese Aufgaben nicht dringend sind und unser Fokus sich fast ausschließlich auf bestehende oder anbahnende Probleme gerichtet ist. Wir denken uns dann, dass sobald wir die dringenden Aufgaben im ersten Quadranten abgearbeitet haben, wir uns dann umgehend um den II. Quadranten mit seinen wichtigen Prioritäten kümmern werden.

Jemand der wirklich seine Zeit im Griff hat, schafft es seinen Fokus auf genau diese Aufgaben zu lenken. Er nutzt gekonnt die Möglichkeiten die sich ihm öffnen, während die restlichen Menschen problemorientiert arbeiten.

Das sind die wahren Gewinner, es sind die Macher die dem ersten und den anderen zwei unwichtigen Quadranten so wenig Aufmerksamkeit wie möglich schenken. Probleme werden schnellstmöglich bearbeitet und anbahnende Krisenherde präventiv gelöst, nicht wenn das Feuer bereits ausgebrochen ist.

Die meiste kreative Energie fließt in den zweiten Quadranten, um dort den größtmöglichen Hebel auszunutzen. Menschen mit dieser Fähigkeit sind die Top-Leute, die Weltstars die alles erreichen können, ganz gleich ob auf der Bühne, im Vorstand eines Weltkonzerns, oder eines eigenen Startups.

Resultate im zeiten Quadranten des Eisenhower Diagramms

Sobald der Fokus ausschließlich auf den zweiten Quadranten gerichtet werden kann, eröffnen sich auf LANGE Sicht ungeahnte Möglichkeiten.

Beispiele für den 2. Quadranten

  • Persönliche Entwicklung (10-Finger-System)
  • Berufliche Weiterbildungen
  • Gesundheit
  • Beziehungen zu Mitmenschen (Familie, Freunde, Work-Life-Balance)
  • Hobbys

 

Eine kleine Übung / Selbsttest

  • Denk jetzt mal darüber nach in welchem Quadranten du deine täglichen Tätigkeiten einordnen würdest. Sei ehrlich zu dir selbst und ordne diese Aufgaben in einen der soeben beschriebenen Quadranten ein. Sind diese Angelegenheiten dringend? Sind sie wichtig?
  • Höchstwahrscheinlich hast du deine wichtigsten Aufgaben in den II Quadranten eingeordnet. Sie sind zwar besonders wichtig für dich, aber nicht dringend und das ist meist der Grund dafür, dass du kaum dazu kommst an ihnen zu arbeiten. Zumindest fließt nicht der Großteil deiner Energie in diesen Quadranten.

 

 

Warum der 2. Quadrant langfristig so bedeutend ist?

Auch wenn es schwierig ist zu glauben, aber es ist definitiv möglich seinen Fokus auf den 2. Quadranten umzulenken. Das interessante ist, je mehr man sich mit den wirklich wichtigen, aber nicht dringenden, Aufgaben beschäftigt desto mehr scheinen die dringenden Aufbaben des I. und des III. Quadranten sich aufzulösen.

Die Krisenherde werden auf ein akzeptables Minimum reduzieren und durch proaktives Denken, das heißt vorausschauendes Handeln, könntest du die sich anbahnenden Probleme rechtzeitig lösen.

Und jetzt überleg mal genau, wenn die Aufgaben in diesem Quadranten den größten Hebel haben und die größte positive Veränderung in deinem Leben bewirken würden (langfristig gesehen), dann bedeutet dies ja auch, dass genau das die Aufgaben sind, die deine Produktivität am meisten steigern.

Wichtig ist es hier langfristig zu denken, lenk deinen Fokus auf die kommenden 5 bis 10 Jahre. Dadurch wird dir klar, was dir wirklich wichtig ist und dass du deine Zeit nicht mit unwichtigen Kleinigkeiten verschwenden solltest, auch wenn es noch so unmöglich erscheint.

Denk daran dieser dritte Quadrant beinhaltet die wichtigsten Prioritäten und wenn du langfristig denkst, dann ist es wie ein langer Hebel. Kurzfristig ist vieles unmöglich, wie mit einem sehr kurzen Hebel, langfristig können jedoch bereits kleine positive Veränderungen massive Ergebnisse zur Folge haben. Produktivität bedeutet nicht mehr, als in einer bestimmten Zeit massive Ergebnisse zu schaffen und dieser Quadrant spiegelt genau das wieder.

Das Pareto-Prinzip findet hier perfekte Anwendung. Dieses besagt, dass 80% deiner Ergebnisse mit 20% deiner Anstrengungen geschaffen werden. Anders ausgedrückt, der mit Abstand größte Teil, der Aufgaben die wirklich massive Ergebnisse liefern, findet nur 20% Beachtung.

 

Wie ist es aber möglich, neben all den dringenden Problemen sich trotzdem auf den 2. Quadranten zu konzentrieren?

Der Übergang in den zweiten Quadranten ist nicht einfach und du kannst selbstverständlich nicht, die dringenden Aufgaben aus dem ersten Quadranten komplett ignorieren. Trotzdem musst du anfangen die Aufgaben aus dem 3. Quadranten präventiv zu behandeln, sodass diese nicht in den ersten Quadranten herüberwandern und zum Krisenherd werden.

Handle proaktiv und denke vorausschauend, welche wichtigen Aufgaben sich aus dem zweiten Quadranten in naher Zukunft zu einem dringenden Problem entwickeln könnten. Proaktives bzw. vorausschauendes Denken ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Spitzenleuten in allen Positionen.

Mit der Zeit wird sich die Anzahl der dringenden Aufgaben aus dem ersten Quadranten somit reduzieren. Die entscheidende Frage ist allerdings, woher nimmst du dir die Zeit dich um den zweiten Quadranten zu kümmern, wenn doch der erste ohnehin dermaßen überfüllt ist und du noch so viele dringende Aufgaben erledigen musst? Die Antwort ist hier relativ simpel: Die Zeit und Energie muss aus den beiden unteren Quadranten III und IV abgezogen werden.

Das sind die Aufgaben, die ohnehin unwichtig sind und keine Ergebnisse liefern. Wir denken zwar oftmals, dass diese Aufgaben einen Wert für uns haben, aber das ist ein Trugschluss. Die dadurch gewonnene Zeit kannst du dann nutzen, um wichtige Aufgaben, die aber noch nicht dringend sind, im Vorfeld zu bearbeiten.

Insbesondere die Tätigkeiten des 4. Quadranten müssen komplett unterlassen werden und unnützliche Tätigkeiten müssen zwingend im Papierkorb landen.

Papierkorb© Shutterstock / Smit

Du musst proaktiv handeln und an den Aufgaben im 2. Quadranten arbeiten, denn der I und III Quadrant arbeiten an dir, hier hast du keine Kontrolle, da all diese Aufgaben bereits dringlich sind. Um „Ja“ zu den wirklich wichtigen Aufgaben sagen zu können, musst du lernen „Nein“ zu den restlichen Aufgaben zu sagen.

Es ist auch deutlich angenehmer an den nicht dringenden Aufgaben zu arbeiten, da du hier keinen äußeren Druck hast und es nicht zu dieser inneren Reibung kommt, bei der du ineffektiv und nutzlos deine Energie mit Sorgen und unnötigem Stress verbrennst.

Mann sagt nein mit Handgeste© Shutterstock / Tom Wang

Beispiel für ein höfliches aber klares Nein
„Vielen Dank ich fühle mich wirklich geehrt für die Einladung. Ich kann gerade leider nicht. Ich muss … noch dringend erledigen. Aber nochmals vielen Dank. Ich finde es wirklich toll von dir mich zu fragen.“ Nein zu sagen ist oftmals nicht einfach, aber es ist nötig, vielleicht denkst du an die Aufgaben die wirklich Priorität haben, wenn du das nächste mal Nein sagen musst und es dir irgendwie schwer fällt.

 

Wir müssen tagtäglich Entscheidungen treffen und jede Entscheidung und jede Aufgabe beginnt mit einem „Ja“ oder „Nein“.

    • Sagst du ja, wenn ein Arbeitskollege vorbeikommt und einen Kaffee trinken möchte?
    • Sagst du ja, wenn jemand uns um einen wirklich unwichtigen Gefallen bittet?
    • Sagst du ja zu uns selbst, wenn wir kurz mit dem Gedanken spielen auf Facebook abzugleiten?

„Ja“ oder „Nein“? Diese einfachen Fragen unterscheidet Spitzenleute von Durchschnittsleuten. Und um bei dieser Frage immer eine richtige Entscheidung treffen zu können, brauchen wir eine klare Mission, wir müssen ganz genau Wissen was wir erreichen wollen.

Wir müssen unsere Kompassnadel stark auf unser Ziel ausrichten, dass es uns unmöglich wird dieses zu verfehlen. Das ist die entscheidende Frage, die dir Freiräume für den II Quadranten schafft. Was willst du in 5 oder gar in 10 Jahren erreicht haben? Diese Frage ist kritisch, um in der Alltagshektik nicht den Überblick zu verlieren.

Wenn du nun deine Mission im Leben klar erkannt hast und auch weißt wie du eine ausgeglichene Balance zwischen den verschiedenen Prioritäten schaffen kannst, dann liegt es an dir diese lediglich noch umzusetzen.

Das Problem hier wiederum ist, dass obwohl die Prioritäten klar sind und wir aus unserem Gefühl heraus, zu nahezu jedem Zeitpunkt wissen, ob eine Aufgabe wichtig ist oder nicht, wir uns meisten trotzdem für unwichtige Aufgaben entscheiden.

Wie bei allen Menschen scheitert es an der Disziplin das zu tun, was wichtig ist und langfristig in unserem Leben die größte positive Veränderung bewirken würde. Betrachtet man dieses Szenario etwas genauer wird man feststellen, dass es nicht wirklich an der Disziplin mangelt, sondern vielmehr am Antrieb, an der Willenskraft die der Treibstoff für unsere Disziplin ist.

Es liegt daran, weil wir unser Ziel nicht genug wollen und es nicht ausreichend verinnerlicht haben. Wir kennen es oftmals nicht genau und können deshalb keine klaren Prioritäten für uns setzen. Wenn dir ein bestimmtes Ziel wirklich wichtig ist und du dich jedes mal bevor du eine Aufgabe anfängst fragst: „Bringt mich diese Aufgabe meiner Vision / meinem größten Wunsch wirklich näher?“, dann wirst du die nötige Disziplin finden, um durchzuhalten.
 

Du musst deine Vision / Lebensziel genau kennen

Du musst aber genau wissen was und warum du etwas willst! Wenn das Warum stark genug ist wird sich ein Wie schon finden. Das Ziel der meisten Menschen ist einfach nur total verschwommen und sie haben sich nie Gedanken darüber gemacht was sie eigentlich erreichen wollen, deshalb ist jede Ablenkung vom eigentlichen Ziel ganz recht und wird intuitiv mit „Ja“ beantwortet.

Egal was sich diese Menschen vornehmen, über kurz oder lang werden sie wieder in den I und III Quadranten zurückgeworfen, da ihre tiefsten Wertvorstellungen nicht im Einklang mit ihren Prioritäten sind.

Aus diesem Grund ist es für die Leute die keine klaren Ziele haben fast unmöglich „Nein“ zu sagen, da sie kein Ziel und damit kein brennendes „Ja“ in sich tragen.

Wenn du allerdings ein klares Ziel festgelegt hast und dich dafür auch entschieden hast, dann bist du auch im Stande ein entsprechendes Programm in deinem Kopf zu installieren und im II. Quadranten dauerhaft zu bleiben. Entscheidend ist ein klares Ziel und eine entschlossene Entscheidung, dieses zu erreichen.

Wie schaffst du es jetzt die wichtigsten Aufgaben auch als absolute Prioritäten zu behandeln? Es ist natürlich einfach mit dem Strom zu schwimmen und nur das Nötigste zu tun, zu reagieren wenn es von einem verlangt wird.

Auch hier ist es möglich in einer Illusion zu leben und zu glauben, dass man besonders produktiv ist und an seinen wichtigsten Prioritäten arbeitet. Es gibt einen Haufen Menschen, die mit To-Do-Listen arbeiten, aber absolut keine Prioritäten haben.

Wenn man dann am Ende des Tages eine Auflistung mit zehn bis zwanzig Aufgaben hat, die erledigt und durchgestrichen sind, was hat man dann tatsächlich erreicht? Wenn man ohne Prioritäten arbeitet, dann sind zwei bis vier Aufgaben wirklich wichtig gewesen, die restlichen Punkte beruhigen zwar das Gewissen haben aber insgesamt ca. 20% zum Gesamtergebnis beigetragen.

Es ist eine Liste mit der Menschen auf ihre Umwelt reagieren und nicht ihre Umwelt selbst gestalten. To-Do-Listen ohne Prioritäten haben keinen Wert, sie erinnern einen Menschen lediglich daran wo er als nächstes wie ein Pingpong-Ball hingeschleudert wird.

Deshalb ist die Eisenhower-Methode so sinnvoll. Im Eisenhower Diagramm lassen sich Aufgaben ihrer Priorität nach abbilden.

 

Spitzenleistung durch Konzentration auf den zweiten Quadranten nach Steven Covey

Eine im Voraus durchdachte To-Do-Liste eines FlowFinders, ordnet nicht nur die Aufgaben nach ihren Prioritäten, sondern bezieht dabei auch die persönlichen Werte mit ein.

Die Konzentration rein auf das Berufliche schafft ein Ungleichgewicht zum Persönlichen. Egal welche Werte, welche Ziele und welche Rollen du zu spielen hast, du musst eine Balance finden und diszipliniert bleiben.

Zudem muss deine Planung langfristig sein, nicht nur auf einen Tag begrenzt, denn dann ordnest du nur Aufgaben die sich im I und III Quadranten befinden. Schließlich geht es nicht darum Aufgaben auf deiner ToDo-Liste zu priorisieren, sondern Prioritäten auf deine To-Do-Liste zu packen.

Neben der To-Do-Liste solltest du immer deine aufgeschriebenen Ziele dabei haben. Das sind klare langfristige Ziele, die du auf ein Kärtchen oder ein Blatt Papier aufgeschrieben hast, bei dir im Portmonee trägst und die dich immer wieder an deine wirklich wichtigen Prioritäten erinnern.

 

2.5 Kriterien um langfristig im zweiten Quadranten bleiben zu können und so an seinen wichtigsten Prioritäten zu arbeiten

Gleichgewicht / Work-Life-Balance: Was nutzt der Erfolge auf nur einem Gebiet, beispielsweise Erfolg im Beruf oder viel Geld? Was wenn andere Bereiche darunter leiden. Können diese Erfolge wirklich alles ausgleichen? Was ist mit einem zerstörten Familienleben? Was ist mit einem katastrophalen körperlichen Zustand, mit nicht heilbaren körperlichen Krankheiten? Wahre Produktivität schafft Ausgleich zwischen allen wichtigen Lebensbereichen. Erst dann können wir glücklich und damit wirklich produktiv sein.

 

Techniken & Tools

Du brauchst die richtigen Strategien, wie du an dich selbst und an deine Aufgaben rangehst. Wie schaffst du es deinen Fokus im II Quadranten zu behalten, sodass du Probleme im Vorfeld lösen kannst, anstatt Krisen zu managen. Die Lösung ist es hier mit den richtigen Ansätzen deine Woche zu planen, nicht deinen Tag. Das liegt daran, dass ein Tag viel zu kurz ist um eine Balance zwischen allen Prioritäten zu schaffen.

Innerhalb einer Woche jedoch kannst du das Ungleichgewicht einzelner Tage ausgleichen. Die Planung kann mit Hilfe eines herkömmlichen Planers, aber auch mit einem Smartphone sichergestellt werden. Achte dabei immer darauf dass dein Smartphone und andere Sammelstellen sich automatisch abgleichen. Mit der heutigen Technik lassen sich beispielsweise ToDo Listen lokal abgleichen oder über Clouds dezentral und automatisch synkchronisieren.

 

Klare Ziele

Eine Wochenplanung sollte zumindest einige Aufgaben aus dem 2. Quadranten beinhalten. Das bedeutet, dass du nicht nach Ausreden suchen sollst und auf Grund der Alltagshecktik ausschließlich im ersten und dritten Quadranten des Eisenhower-Diagramms verausgaben sollst. Auch Tätigkeiten die sich auf langfristige Vorhaben konzentrieren sollten auf jeden fall miteinbezogen werden. Diese Tätigkeiten machen dir für gewöhnlich Spass und durch das damit verbundene Ziel, wirst du fast immer die nötige Energie dafür finden.

 

Zeitoptimierte Planung

Manche Aufgaben lassen sich zu best. Tageszeiten besser umsetzen als zu anderen. Deshalb solltest du bspw. Businesstermine auch zu den gewöhnlichen Geschäftszeiten einplanen. Du solltest auch so planen, dass du Autofahrten zur Rush-Hour vermeidest, um keine Zeit in zähfließenden Staus zu verschwenden. Durch eine gut durchdachte Planung verhinderst du unnötigen Stress, schaffst es gleichzeitig an deiner Mission zu arbeiten und kannst andere Erfahrungen wirklich genießen, mit dem Wissen, dass du die bereits wichtige Prioritäten aus dem 2. Quadranten abgearbeitet hast.

 

Tägliche Anpassungen

Die wöchentliche Planung und die Konzentration auf den 2. Quadranten ermöglichen dir flexible Anpassungen, welche bei einem Fokus auf jeweils nur einen einzigen Tag nicht möglich wären. So kannst du mit unbedachten oder plötzlichen Ereignissen vernünftig umgehen. Zudem kannst du jeden Morgen in nur 1 bis 2min dich auf das vorgenommene Wochenpensum und deine Ziele erneut ausrichten.

Außerdem ist es hier immer ausreichend Pufferzeiten einzuplanen, denn etwas Unerwartetes wird immer passieren. In der Praxis hat es sich bewährt ca. 60% der Zeit für das Erledigen deiner Aufgabe und die restlichen 40% als Pufferzeit einzuplanen. Plane deshalb nie ohne Pausen und Pufferzeiten, denn sobald eine unerwartete Überraschung auftreten sollte würde dein gesamter Tages- oder sogar auch der Wochenplan durcheinander kommen.

 

Die Fähigkeit Nein zu sagen

Wie bereits angesprochen, werden egal wie fokusiert, motiviert und ausgerichtet du auf deine Ziele bist, immer wieder unwichtige Unterbrechungen aus dem III und IV Quadranten des Eisenhower Schemas auftreten. Hier kannst du nur bestehen wenn du an deinen Prinzipien, deinen Werten festhälst und freundlich aber gekonnt ablehnen kannst.

2.6 Übungen / Fragebogen zum Eisenhower Prinzip

Im Folgenden kannst du eine Übungs-PDF herunterladen, die dir helfen soll deine derzeitige Situation im Bezug auf deine Prioritäten im Leben besser zu beurteilen.

 

2.7 Die ABC-Analyse als vereinfachte Alternative zum Eisenhower-Prinzip

Die ABC-Analyse ist ähnlich wie das Pareto-Prinzip und die Eisenhower-Methode dazu geeignet dem Perfektionismus im Büroalltag entgegenzuwirken. Es ist eine effektive Herangehensweise um sich ein Bild über die anstehenden Aufgaben und deren Beitrag zur Zielerreichung zu machen. Die Vorteile der ABC-Analyse liegen ganz einfach in ihrer schnellen und einfachen Anwendbarkeit, sodass auch hier der Fokus auf die Tätigkeiten gelenkt wird, die den größten Mehrwert beitragen.

 

ABC-Analyse – Unterteilung der Aufgaben (ähnlich dem Eisenhower-Prinzip)

  • A-Aufgaben – extrem wichtige und dringende Aufgaben
  • B-Aufgaben – wichtige aber nicht dringende Aufgaben
  • C-Aufgaben – Routineaufgaben, weniger wichtige Aufgaben

 

Wie bereits beim Pareto-Prinzip bereits deutlich geworden ist, bringen uns die Aufgaben, denen wir unsere meiste Zeit (C-Aufgaben) widmen am wenigsten weiter. Die Aufgaben auf der anderen Seite, denen wir die wenigste Zeit widmen (A-Aufgaben) haben für uns den größten wirtschaftlichen Nutzen. Das Ziel ist es genau diesen A-Aufgaben die größte Beachtung zu schenken, auch wenn das nicht immer ganz einfach ist.

 

Vorgehensweise

  • Wie bereits weiter oben beim Eisenhower-Prinzip dargestellt, sollten die komplexesten und anstrengendsten Aufgaben dann erledigt werden, wenn die Aufnahmefähigkeit und Konzentration am größten ist. (z.B. kreative Aufgaben, Projektplanungen)
  • B-Aufgaben sollten schnellstmöglich erledigt werden um Zeit für die A-Aufgaben zu schaffen. Da es zumeist Tätigkeiten mit Routinecharakter sind, sollten diese in Zeiten verminderter Konzentrationsfähigkeit in Angriff genommen werden.
  • C-Aufgaben finden erst dann Beachtung sobald die A- und B-Aufgaben von der Liste abgearbeitet sind. (z.B. Fakturierung, Begleichen von Rechnungen) 

 

Unterschiede Zwischen der ABC-Analyse und dem Eisenhower-Prinzip

Wesentlicher Unterschied der ABC-Analyse liegt darin, dass hier insgesamt nach drei Kernaufgabentypen unterschieden wird, die täglich geordnet werden. Bei dem Eisenhower-Diagramm richtet sich der Blickwinkel auf ein weitaus größeres Zeitfenster.

So ist das Eisenhower-Diagramm bestens dafür geeignet seine Lebensziele zu strukturieren, während die ABC-Analyse sich zeitlich eher auf einen Tag beschränkt. Diese ist mehr dazu geeignet anstehende Tagesaufgaben innerhalb einer Todo-Liste zu ordnen, sodass diese Aufgaben möglichst effektiv über den Tag verteilt abgearbeitet werden können.

 

2.8 Abschließende Tipps zum Setzen von Prioritäten nach dem Eisenhower Prinzip

Freiheit Abenteuer - Mann surft auf einer Welle© Shutterstock / EpicStockMedia
 

  • Unterteile und sortiere deine Prioritäten in die einzelnen Quadranten
  • Wichtigkeit geht vor Dringlichkeit
  • Plane jeden Tag einen Zeitraum für deine Aufgaben aus dem zweiten Quadranten ein, ganz gleich wie kurz dieses Zeitfenster sein mag
  • Achte auch bei den II.-Quadrant-Aufgaben darauf, dass du stets die wichtigsten Aufgaben zuerst bearbeitest, auch wenn andere II.-Quadrant-Aufgaben auf der Liste dir mehr Spaß machen würden
  • Achte bei deiner Wochenplanung erst die II.-Quadrant-Aufgaben einzuplanen und dann die weniger wichtigen Aufgaben dort herum anzuordnen
  • Merke: Zeit für deine Aufgaben aus dem zweiten Quadranten kannst du nur dadurch gewinnen, indem du mehr Aufgaben aus dem ersten und dritten Quadranten streichst
  • Lege Zeiten fest in denen du nicht gestört werden möchtest und in denen du konzentriert arbeiten kannst
  • Lerne Nein zu sagen.
  • Lerne zu delegieren.
  • Behalte deine langfristigen Ziele immer im Hinterkopf

 

Abschluss

Ohne klare Prioritäten zu arbeiten hat absolut keinen Wert. Es ist vergleichbar mit einem 100-Meter-Lauf bei dem du zwei bis dreimal schneller läufst als alle anderen, aber du startest in die falsche Richtung und kommst deshalb nie am Ziel an. Also geht es nicht darum die Dinge richtig und schnell zu tun (Effizienz), sondern vielmehr darum die richtigen Dinge anzupacken (Effektivität).

Das war jetzt ein ziemlich langer Artikel und ich hoffe, dass ich dir damit einen guten Eindruck darüber vermitteln konnte wie die Eisenhower Methode funktioniert und warum das Festlegen einer Lebensvision bzw. das Setzen von klaren Prioritäten deutlich wichtiger ist, als die Arbeit selbst.

Nutze dein Potenzial,
Eugen